Zum Hauptinhalt

Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Notfallversorgung

Was ist eine ARGE PSNV?

Großschadensereignisse und Katastrophen, aber auch alltagsnahe Ereignisse können eine psychische Belastung sowohl für die Einsatzkräfte als auch für die Betroffenen (Überleben­de, Angehörige, Vermissende, Hinterbliebene, Zeugen, ...) bedeuten. Diese Belastungen sollen durch Psychosoziale Notfallversorgung gemindert und so die Wahrscheinlichkeit einer Traumafolgestörung reduziert werden. 

Wer ist Mitglied der ARGE?

  • Bayerisches Rotes Kreuz (BRK)
  • Bergwacht Bayern (KID Berg)
  • Feuerwehren im Landkreis
  • Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz (ILS)
  • Krisenseelsorge im Schulbereich (KiS)
  • Notfallseelsorge der evang.-luth. und kath. Kirche
  • Technisches Hilfswerk (THW)
  • Ein Vertreter des Landratsamts aus dem Bereich Zivil- und Katastrophenschutz
  • Landes- und Bundespolizei
  • Ein Vertreter der vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung bestellten Leitenden Notärzte

 

Aufgaben der ARGE

Die Arbeitsgemeinschaft hat insbesondere folgende Aufgaben:

  • Organisation der Zusammenarbeit der im Bereich der PSNV tätigen Organisationen und der Regelversorgung
  • Erfahrungsaustausch
  • Fachdiskussion
  • Beratung des Landratsamts Tirschenreuth auf dem Gebiet der PSNV
  • Entwicklung von Leitgedanken für die PSNV im Landkreis (z.B. Suizidprävention, Qualitätsmanagement und –Sicherung, gemeinsame Ausbildung der Einsatzkräfte)
  • Entwicklung von Initiativen im Bereich der PSNV
  • Stellungnahme zu Themen der PSNV in der Öffentlichkeit
  • Einbindung der PSNV in die örtliche Einsatzleitung (ÖEL) und die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) (z.B. Entsendung von Fachberatern)

Geschichte/ Entstehung der ARGE Tirschenreuth:

Die Betreuung von Betroffenen gewährleistet seit 2005 im Wesentlichen der Kriseninterventionsdienst des BRK und nahezu zeitgleich die Notfallseelsorge der kath. und ev.-luth. Kirchen im Landkreis Tirschenreuth. Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes und der Bergwacht kamen später hinzu.

Ausbildung

Alle Einsatzkräfte verfügen über mehrjährige Einsatzerfahrung in den jeweiligen Hilfsorganisationen, haben eine einheitliche, von der Konsensuskonferenz standardisierte Spezialausbildung abgeschlossen. Der einzige Unterschied sind die Rückenschilder: "PSNV Krisenintervention" bei Einsatzkräften, die die Ausbildung über eine Hilfsorganisation gemacht haben und "PSNV Notfallseelsorge" bei kirchlicher Ausbildung.      

Infos zu den Leitern-PSNV

Die drei ernannten Leiter- und Fachberater PSNV haben über die herkömmliche PSNV-Ausbildung noch weitere fachliche Ausbildungen abgeschlossen.

 

Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgt durch die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz. Die Einsatzkräfte sind auf der Straße ohne Sondersignale unterwegs, in der Regel gekennzeichnet durch entsprechende Dachaufsteller auf ihren Fahrzeugen (siehe Bild):

 

Die PSNV ist in zwei Bereiche aufgeteilt:

PSNV für Betroffene (PSNV-B)

Die PSNV-B wendet sich an Betroffene, insbesondere in folgenden Situationen:

  • im Zusammenhang mit einem plötzlichen Todesfall (erfolglose Reanimation, Suizid, etc.)
  • bei einem Verkehrs- oder sonstigem Unfall
  • bei und nach einem Brand
  • bei einer Vermisstensuche
  • bei der Überbringung einer Todesnachricht (in Abstimmung oder zusammen mit der Polizei)
  • bei einem Großschadensereignis oder einer Katstrophe

Bei der Betreuung Betroffener ist es besonders wichtig, dass diese unmittelbar und noch am Einsatzort in Zusammenarbeit mit den anwesenden Rettungsorganisationen beginnt.

 

Bild vom PSNV B Team

 

PSNV für Einsatzkräfte (PSNV-E)

Die PSNV-E wendet sich an Einsatzkräfte der Rettungsorganisationen, insbesondere mit folgenden Angeboten:

  • Prävention
  • Aus- und Fortbildung
  • Vermitteln von Möglichkeiten zur Stressbearbeitung
  • Einsatznachsorge
  • Seelsorge

Hier werden verschiedene Möglichkeiten zusammengeführt, die alle das Wohl der Einsatzkräfte und die dauerhafte Sicherstellung des Rettungsdienstes als Ziel haben.

 

Bild vom PSNV E Team